Sunday, March 18, 2007

Das PDMS COPRA

Das Patienten - Daten- Management- System COPRA

Im folgenden Beitrag möchte ich das PDMS (= Patienten- Daten- Management- System) COPRA vorstellen und Aspekte von Kosten und Nutzen des Systems einfließen lassen.

COPRA = Computer Organized Patient Report System,

dt.: computerunterstützte Patientendokumentation

Das System wurde 1993 an der Universitätsklinik in Leipzig entwickelt und ist seit mehr als 10 Jahren im Einsatz. COPRA wird in insgesamt 11 deutschen Kliniken, 4 Schweizer Spitälern und 1 Herzzentrum in Luxemburg angewandt. Die Anwendung des Systems ist für Intensivstationen, die Anästhesie und Normalstationen gleichermaßen geeignet. Das PDMS ist für den effizienten Einsatz moderner Technik, Methoden und EDV -Systeme notwendig. Alle Informationen zu einem Fall stehen in COPRA schnell und umfangreich zur Verfügung. Neben der Erfassung und Präsentation aller patientenbezogenen Daten übernimmt COPRA auch die Aufgabe, Informationen aus den unterschiedlichen Computersystemen im Krankenhaus zusammenzuführen, übersichtlich dazustellen und auszuwerten.

COPRA wird an die besonderen Bedingungen der jeweiligen Station angepasst. Dabei werden alle Formulare elektronisch geführt, auf die Wünsche der Benutzer kann eingegangen werden.

COPRA besteht aus 3 Grundbausteinen:

1. COPRA Kernprogramm:

- enthält grundlegende Bedienelemente, Funktionen und Formulare

- ist bereits entwickelte Software, die ständig weiterentwickelt wird

2. Formulare zur Eingabe und Präsentation:

- Formulare können vom Anwender selbst gestaltet werden

3. Konfiguration:

- Listen und Einstellungen werden vom Betreuer vor Ort konfiguriert

Die Einarbeitungszeit in das Dokumentationssystem COPRA ist sehr gering, da die bisher verwendeten handgeschriebenen Formulare auf den PC umgesetzt werden.

Besser wäre, diese handgeschriebenen Formulare vor der Übernahme in den PC zu überarbeiten, um vorhandene Fehler nicht zu übernehmen.(Anmerkung der Verfasserin)


In einer Modellstudie wurde belegt, das am Ende der Einarbeitungsphase für die Dokumentation mit COPRA weniger Zeit, als für die manuelle Dokumentation benötigt wurde. Damit ist es möglich, die Arbeitsbelastung auf der Intensivstation zu mindern.

(Der Abschlussbericht des Safari- Institute for Organisational Rethinking: "Messung des Dokumentationsaufwands Pflegedienst vor und nach der Einführung der elektronischen Pflegedokumentation COPRA" hat gezeigt, dass mit COPRA 50% der Dokumentationszeit eingespart wird.)

Welche Funktionalität deckt das System ab und welche Vorteile hat COPRA?

Verbesserte Qualität der Arbeit:

Durch die elektronische Dokumentation können Fehler vermieden werden, da die Datenübernahme von Geräten und EDV Systemen automatisch erfolgt.
Vitalparameter werden ebenfalls automatisch übernommen.
Therapiepläne, Setups und Listen erleichtern die Eingabe .
Das System führt Plausibilitätskontrollen durch und verfügt über einen variablen Zeitmaßstab.

Die Abbildung des Pflegeprozesses ist ohne großen Zeitaufwand möglich, Pflegestandards können hinterlegt und jederzeit abgerufen werden.

Entlastung des Personals:
Weniger Zeitaufwand für die Dokumentation
Berechnungen und Bilanzen erfolgen automatisch
To- Do- Liste zeigt noch zu erledigende Maßnahmen an
automatische Validierung der eingelesenen Werte
Button "Wiederaufnahme" stellt schnell wichtigste Patientendaten bei Wiederaufnahme zur Verfügung
automatische Berechnungen z.B. von Scores

(Mittels COPRA können ohne zusätzliche Eingaben die von der DIVI =Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin- geforderten Aufwandspunkte für die Intensivmedizinische Komplexbehandlung und die Zusatzentgelte für Medikamente und Blut errechnet werden.)
automatische Vorgabe zum Erstellen von Briefen


Beschleunigung der Auswertung:
leichte Auswertung von Daten (Monatsstatistiken etc.)
LEP in der Pflege (Schweiz)
automatische Leistungsdatenmeldung ans Controlling
Unterstützung von Wissenschaft und Forschung

Kostentransparenz:
Qualitätssicherung
Aufschlüsselung der Kosten möglich
Leistungs- Datensatz für jeden Patienten erzeugbar

hohe Effizienz beim Einsatz in verschiedenen Fachbereichen:
gleiche Programmoberfläche, lediglich an den Fachbereich angepasste Formularsätze

An Bedürfnisse der Anwender angepasst:
individuelle Anpassung an die Spezifika einer Station
bisher genutzte Formulare weiter nutzbar
Formulare können selbst erstellt werden

Weitere positive Effekte:

  • Kommunikation mit externen Systemen erfolgt über HL 7
  • hochentwickeltes modulares Schnittstellenmanagement möglich
  • Anbindung an die EDV Landschaft des Klinikums (z. B. Labor, Röntgen, KIS)
  • Archivierung von Patientenakten auf Serverfestplatte möglich
  • vielfältige Auswertemöglichkeiten, wie:
    • Qualitätssicherung
    • Statistik- und Datenbankfunktion
    • Auswertung mittels Datenbank ANACONDA
  • Zuarbeit für wissenschaftliche Fragestellungen und Forschung
  • hohe Zuverlässigkeit durch zyklisches Ablegen von Sicherheitskopien der Patientendaten auf dem Server, Minimierung von Datenverlust

Insgesamt scheint COPRA ein System zu sein, das sich den Entwicklungen der Krankenhauslandschaft anpassen kann, jederzeit weiter zu entwickeln ist und den Anforderungen des Marktes entspricht. Das lässt sich aus der zunehmenden Zahl von Nutzern des Systems national und international ableiten. (siehe www.copra-system.de) Sicher gibt es auch bei COPRA verbesserungswürdige Schwachstellen, w.z.B. die Übernahme der bereits vorhandenen Formularstrukturen.
Nutzen ziehen m.E. alle Beteiligten aus dem System, da die Dokumentation vereinfacht wird, eine hohe Zeitersparnis Raum für andere Tätigkeiten freimacht und Systemkomponenten von verschiedenen Abteilungen eines Krankenhauses miteinander verbunden werden können. Das papierlose Dokumentationssystem reduziert Fehlerquellen auf ein Minimum, da viele Abläufe automatisch stattfinden.

Quelle: http://www.copra-system.de

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