Tuesday, March 20, 2007

Kostenanalyse, wie denn?

Dieser Beitrag beruht auf eigenen Überlegungen zur Kosten/Nutzen-Analyse von Pflegeinformationssystemen.

Über den eigentlichen Nutzen von Pflegeinformations- oder generell, EDV-Systemen ist nicht nur im Rahmen dieses Blogs ausführlich berichtet worden.
In einer Zeit wo der PC mit Internetanschluss zu einem Haushalt gehört wie der Fernseher, stellt sich gerade für ein Unternehmen erst Recht nicht mehr die Frage, ob ein papierbasiertes Dokumentationssystem einem EDV-System gegenüber in irgendeiner Form von Vorteil ist.
Und das sich bspw. eine Pflegedatenbank nicht nur zu statistischen Zwecken eignet, sondern sich tatsächlich positiv auf den Pflegeprozess und dessen Effizienz auswirkt, ist bereits in einigen vorangegangenen Beiträgen beschrieben worden.
Es empfiehlt sich allerdings, die Prüfung von in-Frage-kommenden Systemen nicht unbedingt in die Hände der Technik/Computer-verliebtesten Mitarbeiter zu legen, sondern diese soweit möglich von unterschiedlichen End-Usern ausgiebig testen zu lassen.

Da der generelle Nutzen eines Systems also gegeben ist (vorausgesetzt dieses passt auch zum Unternehmen), bleibt die Frage der Kostenrechtfertigung.
Eine fundierte Kosten/Nutzen-Analyse ist allerdings gerade im Bereich der Pflegedokumentationssysteme extrem schwierig. (siehe auch vorangegangener Beitrag über die Pflegedatenbank der Vinzenzgruppe)
Daher stellt sich mir die Frage, ob eine generelle Kosten/Nutzen-Analyse (in Teilbereichen u.U. zwar durchaus angebracht) überhaupt sinnvoll ist, oder ob nicht vielmehr die Arbeitsvereinfachung, Arbeitseffizienz, beschleunigte Kommunikation, Kundenzufriedenheit, zügige statistische Auswertungen etc. ausschlaggebende Faktoren zur Entscheidung für ein Informationssystem sein sollten.
Letzten Endes wird eine durchgeführte Analyse zum einen niemals vollständig sein, da ein System i.d.R. nicht nur einen Unternehmensbereich beeinflusst, zum anderen ist sie ebenfalls sch…teuer.
Zumindest sind logische Vermutungen deutlich günstiger als Analysen. J

Nur weil Pflegewissenschaftler eine Studie mit acht gestürzten Probanden benötigen, um herauszufinden, dass ein gestürzter Mensch zuerst nach etwas sucht, woran er sich festhalten kann (begleitet von einem Gefühl der Hilflosigkeit etc.), sollte diese Forschungswut nicht unbedingt als Beispiel für andere Bereiche gelten.
EUR 100.000.- oder mehr zu investieren, nur um herauszufinden, das sich EDV-Systeme in fünf bis zehn Jahren amortisieren, ist nach meinem Dafürhalten etwas zweifelhaft.
Nach Wegen zu suchen, EDV-Kosten bspw. durch Kooperationen zu senken sind natürlich legitim.

Vielen Dank für’s vollständige Lesen!

2 Comments:

Blogger lupus said...

Ein Beitrag, der mir aus der Seele spricht!
Eine Kosten-Nutzen-Analyse für die Einführung eines EDV-gestützten
Pflegeinformationssystems hat in der Tat mehrere Betrachtungsfacetten und darf nicht leichtfertig als "Mittel der Wahl", weil gerade en vogue, betrachtet werden. Vordergründig muss ein System in der Praxis leicht anwendbar sein und darf außerdem heutzutage keine zusätzlichen Zeit- und Personalressourcen binden. Letztlich ist die Einführung eines EDV-gestützten Pflegeinformationssystems auch eine Frage der Investitionskosten. Dabei kann es evtl. ein zusätzliches Problem darstelen, dass der Markt der Anbieter von entsprechender Software recht gross ist und die Kompatibilität einer Software mit den in iner Einrichtungen bereits vorhandenen EDV-Bausteinen nicht immer gegeben ist. Und ein Umstieg einer Einrichtung auf eine Komplettlösung aller benötigten EDV-Einzelsysteme ist extrem kostenintensiv.

21 March, 2007  
Blogger nelemarie said...

Meiner Meinung nach befindet sich die Diskussion über Kosten und Nutzen von elektronischen Pflegeinformationssystemen in einem Anfangsstadium, in dem der echte Nutzen bzw. Kostenfaktor noch gar nicht festgestellt werden kann, weil eine Vielzahl von Institutionen mit einer Vielzahl von auf dem Markt vorhandenen Systemen arbeitet die alle versprechen, Kosten zu senken und für die Entlastung des Pflegepersonals zu sorgen. Häufig wird die Zeitersparnis durch Informationssysteme angepriesen, aber die Einführung der Systeme bedeutet erhöhten Zeitaufwand für Schulung und Implementierung .
Der Kostenfaktor wird in der Diskussion gerne hinten angestellt, denn diese Systeme kosten in der Anschaffung, aber vor allem in der Wartung und Betreuung viel Geld, das die meisten Häuser nicht investieren können.Das ist m.E. eine der größten Barrieren die gegen die Anschaffung enes solchen Systems sprechen.

12 April, 2007  

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