Tuesday, March 06, 2007

caredia - Kosten und Nutzen

Das Pflegeinformationssystem caredia® ist in der Lage unterschiedliche Bereiche einer stationären Altenpflegeeinrichtung, eines Behindertenheimes, eines Schwerstpflegeheimes sowie eines mobilen Pflegeservices abzudecken. Es ist sozusagen eine komplette Lösung für die Pflegeplanung, die Dokumentation und die Dienstplangestaltung. Es ist in der Lage, die Dokumentationsabläufe zu vereinfachen und dabei die Qualität sogar noch zu verbessern. Das Programm caredia® weist mehrere Schnittstellen zu Heimverwaltungsprogrammen anderer Hersteller, Software der Finanzbuchhaltung und der Personalabrechnung auf. Durch diese Vernetzung unterschiedlicher Bereiche und eines einfachen Handlings ist meiner Ansicht nach der Nutzen nachgewiesen.



In einer stationären Pflegeeinrichtung mit 21 Bewohnern wurde ein Testlauf gestartet, um die Zeitersparnis zu messen. Man kam hier zu dem Ergebnis, dass man in dieser Pflegeeinheit in einem Monat ca. 9500 Vorgänge der allgemeinen Pflege dokumentiert. Das entspricht 15 Dokumentationsvorgängen pro Bewohner und Tag. Ein handschriftlicher Dokumentationseintrag dauert durchschnittlich 25 Sekunden wobei ein caredia® Dokumentationseintrag lediglich 7 Sekunden in Anspruch nimmt. Wenn man nun 9500 Dokumentationseinträge zu Grunde legt ergibt sich folgende Rechnung:



handschriftlich: 9500 * 25sec. = 65,98 Stunden


Caredia® 9500 * 7sec. = 18,48 Stunden



Dieser Rechnung nach ist eine eindeutige Zeitersparnis nachweisbar.


Folgendermaßen funktioniert ein Dokumentationsvorgang:

Durch nur drei Berührungen auf einem speziellen Touchscreen wird ein komplexer Pflegedokumentationsvorgang in einer Datenbank abgespeichert! Der Pflegedokumentations-prozess, der vorher meist handschriftlich getätigt wurde und im Schnitt 30 Sekunden dauerte, kann jetzt mit einer Zeitersparnis von 75% erledigt werden. Die Qualität der Dokumentation wird um ein mehrfaches gesteigert, das Personal kann somit den Pflegebedürftigen mehr Zeit widmen.



Da die Software caredia® mehrere Bereiche einer stationären Einrichtung abdeckt und darüber hinaus noch Schnittstellen zu Programmen auch anderer Hersteller aufweist macht es sich sicherlich nach kurzer Zeit bezahlt. Nach der oben aufgeführten Beispielrechnung lässt sich ebenfalls eine deutliche Zeitersparnis verzeichnen. Lediglich zu den Anschaffungskosten konnte ich keine Informationen erlangen.

5 Comments:

Blogger helga noll said...

Die ausgerechnete Ersparnis mag wahrscheinlich rechnerisch richtig sein. Meine Bedenken bestehen in der gleichzeitigkeit der Einträge.pflegepersonal ist an bestimmte Tagesabläufe in der Pflege gebunden,un es kann dann bei ruhigeren zeiten Einträge in eine Dokumentation durchführen. Dies in papierform zu erledigen kann gleichzeitig geschen. Wenn aber nur ein Rechner für eine Station zuständig ist werden Wartezeiten zwangläufig sein und die errrechnete Zeitersparnis sinkt um diese Wartezeit. Hier ist das Management gefragt um bisherige Tagestrukturen aufzubrechen und dem System anzupassen wenn es bei der Ersparnis bleiben möchte oder mehrere Rechne anschffen, die aber dann wieder in der übrigen Zeit nicht genutzt werden HN

06 March, 2007  
Blogger Caro1 said...

Mir klingt die hier errechnete Zeit, die dieses System für eine Pflegedokumentation benötigt, sehr nach zu optimistischen Herstellerangaben. Auch wenn dies auf dem Papier nach einem 'Rundum-sorglos-paket' klingt, wäre hier die Praxis interessant. Ich kenne dieses System nicht, aber ich denke man muss schon sehr schnell sein, um in 7sec eine Pflegedokumentation am PC durchzuführen. Erstmal müsste man ja die Patientendatei öffnen, die für die Pflegedoku benötigten Textbausteine heraussuchen und dann speichern. Sicher wird man in der Praxis auch nicht nur mit Textbausteinen auskommen, sondern müsste zumindest ab und an Freitext einfügen.

06 March, 2007  
Blogger ruby said...

Hier kann ich aus eigener Erfahrung sprechen, da ich schon persönlich eine Umstellung der Pflegedokumentation auf ein EDV-System erlebt habe. Die anfängliche Skepsis und Ablehnung waren groß und es kam auch zu den im comment beschriebenen „Wartezeiten“, weil der Pflege zur Dokumentation einer 20 Bettenstation nur 2 PC zur Verfügung gestellt wurden. Die Leistungserfassung und Pflegedokumentation in Papier - Form und in „ruhigen Minuten“, vielleicht sogar am Schichtende, sollten allerdings der Vergangenheit angehören, da es zum einen den Qualitätsrichtlinien der zeitnahen Dokumentation widerspricht und die Gefahr der Fehlerquellen größer ist (Leistungen werden vergessen).
Grundvoraussetzung, dass Stationsprozesse entsprechend angepasst und eine ausreichende Anzahl von PC angeschafft werden. Auf der damaligen Station strukturierte jeder Mitarbeiter seinen Arbeitsablauf selbstständig, so dass zu einer kontinuierlichen PC Nutzung kam.
Sicherlich war der Anfang, bis man mit dem System vertraut ist, mit einem größeren Zeitaufwand verbunden. Danach war die Zeitersparnis bei einer verbesserten Pflegedokumentation spürbar. In dem vorgestellten caredia System wird sicher der Idealfall der Zeiteinsparung vorgestellt, bietet aber nicht auch jede eingesparte Minute in der Dokumentation einen Zeitressource für Tätigkeiten in der Pflege und Betreuung der Patienten?

06 March, 2007  
Blogger kei said...

Ein schnittstellenübergreifendes Pflegeinformations- und Dokumentationssystem sollte in Zeiten qualitätssichender, phorensisch sicherer und ökonomischer Bestrebungen ein lohnendes Ziel der Anschaffung, Umsetzung und Begleitung eines solchen Systemes sein. Ich gebe aus eigenen Erfahrungen aus einem Krankenhaus der Maximalversorgung nur zu bedenken, daß ein entsprechendes System effektiv und effizient zu nutzen sein muß - und auf die Bedürfnisse aller Anwender passen muß. In dem hier beschriebenen Fall müssen 1. die Bedingungen einer índividuellen Pflegeplanung/Dokumentation, 2. einer Dienstplangestaltung mit all ihren Möglichkeiten der Generierung von Daten und 3. eine Schnittstellenkompatibilität zu Heimverwaltungsprogrammen erfüllt sein. Ansonsten ist solch ein vielfältiges EDV-System lediglich marketingwirksam und in der Praxis nicht wirklich effizient. Freue mich auf die Erfahrungsberichte des Veröffentlichers.

10 March, 2007  
Blogger chris said...

In der Tat ist ein softwaresystem, welches Schnittstellen zulässt unerlässlich. In der Pflege wird vernetzung immer wichtiger und Zeit-, sowie Kostenersparnis duch bessere Kommunikation mit anderen beteiligten Berufsgruppen ist notwendig.
Dennoch sehe ich hier die Gefahr, dass es eine dokumentierende Pflegekraft geben wird, da wie bereits angesprochen das gleichzeitige Dokumentieren hier erschwert ist. Wenn wieder eine Pflegekraft pro Schicht nur Schreibtisch macht, ist das nicht im Sinne der Entwicklung in der Pflege und nicht im Sinne der Beteiligten.
Diese Gefahr sollte beachtet werden und Vorbeugungsmaßnahmen getroffen werden. Dann ist dies sicher eine lohnende Anschaffung.

12 April, 2007  

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