Thursday, April 12, 2007

Clinic coach..... die digitale Patientenkurve

Ich möchte im folgenden ein digitales Patienteninformationssystem beschreiben welches zum Teil schon Anwendung findet ( z.B im Klinikum Kassel ; leider nur auf einer Station, so das viele Vorteile des Systems nicht genutzt werden).
Cliniccoach ist ein mobiles, digitales System zur Erfassung und Anzeige aller im Betrieb anfallender Leistungen an einem Patienten, wie beispielweise:
- Medikation
- Arztanordnungen
- Pflegetätigkeiten
- Labor- und Vitalwerte
Technisch ist das System eine Kombination aus Handhelds und PC`s bzw. Notebooks.
Mit den Handhelds ( PDA`s basierend auf Palm OS- Betriebssystem) werden die Daten zeitnah, direkt am Patientenbett erfasst bzw. kann man sich alle Informationen mobil am Krankenbett anzeigen lassen.
Das Konstruktionsprinzip des Cliniccoach sind stationsspezifische Listen, die anhand von Musterlisten nach Vorgaben der Stationen erstellt werden. Da diese Listen variabel für jede Station erstellt werden können, ist es möglich jede Art von Station oder Tätigkeit im System abzubilden und somit auch jede Art von Leistung zu erfassen.
Diese Listen sollen einen schnellen Einstieg in das Programm garantieren, da der Nutzer seinen ihm vertrauten Arbeitsalltag wiedererkennt und damit schon die Hälfte des Programms beherrscht. Ergänzend können intgrierte Standards wie z.B. Clinical Pathways oder Pflegestandards genutzt werden.
Um eine hohe Funktionalität zu gewährleisten, erfolgt die Bedienung intuitiv mit einen Stift auf dem Touchscreen des Handhelds ( entspricht dem Schreiben auf einen Notizblock ). Dies soll eine hohe Akzeptanz durch den User gewährleisten.
Die Patientendaten werden nur einmal erfasst und stehen über einen einfachen Datenabgleich per Synchronisation automatisch zur weiteren Verarbeitung zur Verfügung.
Ergebnis sind standardisierte, digitale Daten und Kurvenblätter die jederzeit mit entsprechenden Nutzungrechten abgerufen oder ausgedruckt werden können. Statistische Auswertungen sind ebenfalls möglich. Die Einführung auf der Station hat gezeigt dass durch diese Art der Erfassung ( Zeitnah, mobil) 20% mehr Daten erfasst wurden.
Der Medizin-Controller kann durch die digitale Kurve eine zeitnahe Betrachtung des Patienten vornehmen und ggfs. abrechnungsrelevante Indikatoren finden, die den Erlös aus den Fallpauschalen erhöhen. Also Vorteile über Vorteile , lasst uns beginnen.

5 Comments:

Blogger Friad said...

Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, das der Cliniccoach nur Vorteile mit sich bringt.Zum einen wären da die Anschaffungskosten des Gerätes, denn meiner Ansicht nach benötigt man für eine Station mehrere Geräte um effizient arbeiten zu können.Des weiteren stelle ich die Fähigkeit des Cliniccoach in Bezug auf sein Erkennen von verschiedenen Handschriften in Frage, da diese Geräte meist nur Druckschrift richtig erkennen können.

12 April, 2007  
Blogger chris said...

Ich finde auch das zeitnahe erfassen von Leistungen und Veränderungen unerlässlich für eine vollständige Dokumentation.
Das Problem der Anschaffung und Wartung finde ich aber interessant und eine Kosten/Nutzen Aufstellung hierzu ist sicher hilfreich. Die Tatsache, dass 20 % mehr Daten gesammelt wurden, sagt leider noch nichts über die Qualität dieser Daten aus. Sicher sind aber solche Ansätze ein guter Weg um elektronische Dokumentation auch den größten Zweiflern näher zu bringen.

12 April, 2007  
Blogger nelemarie said...

Ich schliesse mich Chris`Meinung an, das das zeitnahe Erfassen von Leistungen und Veränderungen für eine vollständige Dokumentation unerlässlich sind. Allerdings frage ich mich, wie hoch die Anschaffungskosten sind, wer die Systeme pflegt und wie hoch der Schulungsaufwand für das Personal ist? Wie sensibel sind die Geräte, sowohl was das Herunterfallen betrifft, als auch die Erkennung verschiedener Handschriften? Wie hoch ist die Fehlerquote bei falscher Erkennung+ wird das durch Plausibilitätskontrollen angezeigt? Es sind also nicht nur Vorteile die ein System mit sich bringt, sondern es muss kritisch hinterfragt werden, was überwiegt und für den jeweiligen Einsatzbereich sinnvoll ist.

12 April, 2007  
Blogger Mark Henning said...

Aus dem Bericht heraus ein sehr gutes Programm. Aber auch hierbei, wenn der Nutzen aus allen Perspektiven, wie schnellere Dokumentation, umfangreichere Dokumentation und bessere Auswertbarkeit der Dokumentation, stellt sich für mich die Frage, warum wird so etwas nur auf einer Station und nicht in der ganzen Klinik eingesetzt. Was mich hieran freut, ist, dass die Benutzerfreundlichkeit durch eine intuitive Benutzerführung sichergestellt wird.

17 April, 2007  
Blogger Krakel-Blog said...

das Gegenteil von "gut" ist noch immer "gut gemeint" ... - für einen in Listen schwelgenden Controller mag das System toll sein. Für die Arbeit am Patienten ist es eher hinderlich. Differenzierte Dokumentation am Palm? Nicht wirklich. Klar, massenhaft ja-nin-Felder abzukreuzen ist nur scheinbar idiotensicher, damit erklärt sich dann auch die 20% höhere Datenmenge. Über den Wert der Daten decken wir lieber das Mäntelchen der christlichen Nächstenliebe. Idiotensicher eben. Genauso wie die Qualität der Handschriftserkennung.

Hm, und mal darüber nachgedacht, wie praktikbel es ist, die Patientenkurve (warum ist die wohl in allen Krankenhäusern größer als ein DIN A7-Blatt ...) die Übersicht zu behalten und eine sinnvolle Visite zu machen?

Die Synchronisation ist auch eher ein Krampf, sie läuft keineswegs automatisch sondern muss immerwieder manuell angestossen werden - somit ist kein gemeinsamer Pool an Daten vrohanden sondern oft genug ein schlecht synchronisieter Informationswust.

Immerhin, bei allen Nachteilen: bei der USB-Version der Palms wurde die Raucherecke als Treffpunkt abgelöst durch die Ecke in der der heilege USB-Port war - dort traf sich regelmäßig die Stationsbesetzung, um für die Dauer einer Zigarettenlänge zu synchronisieren. Das ist viel gesänder als Rauchen und schließt zudem die Nichtraucher im Team nicht so aus.

Viel "Spaß" mit Cliniccoach!

14 October, 2009  

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